Ich kann die anfängliche Euphorie durchaus verstehen:
Da hat man einen knapp 30kWh-Akku, benötigt die geladene Energie eventuell nicht unmittelbar und denkt sich „tiptop - dann versorge ich damit nachts das Haus.“
Sobald praktische Erfahrungen (oder das Aufnehmen und Durchdenken von Fremderfahrungen) dazu kommen, setzt jedoch eine gewisse Ernüchterung ein:
Während des Ladens des Springs gehen je nach Hausinstallation und Ladestrom lediglich 80-85% der Leistung in den Spring (Rest: Wärme in Leitung, 250W zieht sich der Spring durch‘s wachsein)
Dann wird das über V2L (oder bei uns „alten Spring1-Nutzern“ über Wechselrichter) zu AC gewechselt… wieder: Spring zieht im Standby 250-300W.
Wenn man das dann noch in einen Akku drückt und wiederum doppelte (erst >DC, dann >AC) an Wandlerverlusten hat, kann man sich glücklich schätzen bei ca. 30-40% Effizienz zu landen.
Bei einer Einspeisevergütung von ca.7Cent/kWh und Netzstrompreis von 28Cent/kWh wäre es also lediglich… etwa neutral.
Dazu käme der finanzielle Aufwand, der Komfortverlust, der potentielle Akku-Garantieverlust (bei ausgiebigem Anzapfen kann man das leicht erkennen), deutlicher Anstieg der Zyklenzahl=Batteriealterung, …
Ich hatte das vor 2-3Jahren ja mal aus Neugier ausprobiert und es für den Notfall (Stromversorgung fällt im Winter aus) für akzeptabel und ok befunden.
Aber das ist aus meiner Sicht nichts für den Alltag.
Man kann sich die Frage eigentlich so beantworten:
Bin ich bereit, täglich dafür zu sorgen das der Spring auf nahezu 100% geladen wird, ihn dann über eine mehrminütige Aktion mit dem Hausnetz zu verbinden, um dadurch ca. 20-80Cent/Tag zu sparen?
Und bin ich gleichzeitig bereit, eine beschleunigte AkkuAlterung zu akzeptieren, eventuell deren Garantie auf‘s Spiel zu setzen und morgens im Sommer trotz vortags vollgeladenem Akku nur noch ca. 120-140km Reichweite zu haben?
Falls ja: machen
Falls vielleicht: nochmal die Wirkungsgrade und Kosten der EinzelEquipments zusammenrechnen und entscheiden: „Echt Quatsch“ oder (wie ich damals): „wahrscheinlich Quatsch… aber es hat noch keiner gemacht…ich kann auch nicht anders von meinem Persönlichkeitsprofil, muss es probieren und mir ist‘s die 60€ neben vorhandenen Equipment wert“
Falls nein: tut irgendwie weh, stärkt aber die Frustrationstoleranz und man kann das Thema im Kopf abschließen
Aber… ganz eindeutig:
Ich freue mich über alle „Vielleicht-Denker“!

Nur dadurch können neue Ansätze entstehen!